Der Garten im Oktober

Im Oktober wird das Gartenjahr im Wesentlichen beendet. Die Pflanzen bereiten sich verstärkt auf die kommende kalte Jahreszeit vor. Regulatoren für die Vorbereitung sind u.a. die sinkenden Temperaturen und die immer kürzer werdende Tageslänge. Der Stoffwechsel der Pflanzen verändert sich. Es werden mehr Stoffe (z.B. Zucker, Stärke, Fette) in den Zellen eingelagert. Die Stoffe dienen als Frostschutz und als Vorrat für die neue Vegetationsperiode im nächsten Frühjahr. Der Gärtner kann diesen Prozess in vieler Hinsicht unterstützen und gleichzeitig damit Vorbereitungen für die kommende Wachstumsperiode einleiten. 

Frühlingsblüher auf dem Balkon: Wenn jetzt ein größerer Blumentopf oder ein Balkonkasten mit Zwiebeln von Frühblühern gefüllt wird, kann sich im Frühjahr auf der Terrasse oder auf dem Balkon ein schöner Blütengruß entfalten. Dazu wird ein größerer Blumentopf, Pflanzkübel oder Balkonkasten zu 1/3 mit ausgereiftem Kompost oder mit einer Mischung aus 2/3 Blumenerde und 1/3 Sand gefüllt. Auf diese Erde werden blühfähige, also relativ große Tulpen- und Narzissenzwiebeln in Abständen von 2 bis 5 cm verteilt. Die Zwiebeln werden gut mit Erde bedeckt. In der zweiten Schicht können je nach Höhe des Pflanzgefäßes Krokusse, Märzbecher, Schneeglöckchen, verschiedene Scilla-Arten und Traubenhyazinthen in Abständen verteilt werden. Die zweite Zwiebelschicht wird mit einer mindest 4 - 5 cm dicken Erdschicht bedeckt. Der Topf oder Balkonkasten kann dann an einer geschützten Stelle im Garten bis zum Rand eingegraben werden. Die Zwiebeln werden vor Frost geschützt und gleichzeitig durch die tieferen Temperaturen zur Blütenbildung angeregt. Wenn sich Ende Februar bzw. Anfang/Mitte März die ersten Blätter zeigen, erhält der Topf seinen Platz auf der Terrasse bzw. dem Balkon. Bei guter Pflege (Wasser u. Düngung) blühen die Zwiebelknollen nacheinander auf und zeigen den Frühling in seiner schönsten Pracht. Wenn im Mai die Blütenfülle nachlässt, erfolgt eine weitere Pflege im Garten. Sobald der Großteil der Blätter vertrocknet ist, werden die Knollen aus dem Topf genommen, trocken bis zum Herbst aufbewahrt (z.B. Tulpen) oder an einer Stelle am Garten eingesetzt.

Die Obstbäume verlieren ihre letzten Blätter und zeigen damit deutlich den Kronenwuchs. Besonders wichtig ist das Entfernen der Fruchtmumien. Sie sind die konzentrierte Überwinterungsstätten vieler Krankheitserreger (besonders von Pilzsporen), die auch in die Nachbargärten im Frühjahr übertragen werden. Die Fruchtmumien sollten entsorgt oder tief im Kompost bzw. im Boden vergraben werden. In den Monaten Februar/März erfolgt dann der Baumschnitt. Die entstandenen Wunden können durch die einsetzende höhere Stoffwechselaktivität schnell verschlossen werden. In den Monaten Oktober/November sind die flugunfähigen Frostspannerweibchen noch aktiv. Sie klettern an den Stämmen empor und legen die Eier in Ringen an dünnen Zweigen ab. Leimgürtel, die lückenlos den Stamm umschließen, fangen die Weibchen ab.

Die Rosen sind in vielen Gärten vom Sternrußtau bzw. vom Rosenrost befallen. Sie haben dann oft keine Blätter mehr oder nur mit schwarzen oder rostigen Flecken besetzte Blätter. Der frühe Blattverlust schwächt die Rosen und mindert damit die Qualität der Blüte im kommenden Jahr. Alle abgefallenen Blätter sind zu beseitigen, da an ihnen die Erreger überwintern. Die Rosentriebe sind einzukürzen. Wenn im Frühjahr die Knospen aufbrechen, erfolgt der Schnitt, indem alle erfrorenen Knospen entfernt werden und nur Triebe stehen bleiben, die eine ausreichende Belichtung der Pflanze u. einen großen Blütenflor gewährleisten. 

Die abgetragenen Brombeerenruten sind zu entfernen. Auf den alten Trieben sitzen vielfach Brombeergallmilben, die an die diesjährigen Ruten übersiedeln können. Sie stechen die Früchte im kommenden Jahr an, erzeugen eine ungleiche Reife und machen die Früchte ungenießbar. Bei größeren Frostgraden verhindern in die Ruten gehängte Koniferenzweige größere Erfrierungen.     

Um den Schimmelbefall der Erdbeeren etwas zu mildern, können Knoblauchzehe 2 bis 3 cm tief  zwischen die Reihen gesteckt werden. Der Knoblauch bildet im Verlauf des Winters erste Wurzeln aus. Die Blätter erscheinen aber nicht an der Erdoberfläche. Die Ernte des Knoblauchs erfolgt dann etwas früher als beim Stecken im Frühjahr.

Der Rasen ist ständig frei von Laub zu halten. Unter dem Laub und unter zu hohen Rasenpflanzen können sich leicht Pilze entwickeln, die den Rasen zerstören. Bei weiterem Wuchs (Höhen über 5 cm) im Oktober und November ist der Rasen noch einmal zu schneiden. Im Oktober kann  der Rasen noch einen kalireichen Dünger erhalten. Die Kaligabe führt zu einem festeren Gewebe in der Pflanze. Die Pflanze ist dann widerstandsfähiger bei Kälte. 

Die Aussaat von Winterroggen, Dinkel, Winterwicken oder Winterraps (Winterzwischenfrucht) ist auf freien Flächen im Herbst bei Bodentemperaturen um +40C noch möglich. Die sich entwickelnden Pflanzen mildern die Temperaturunterschiede, die durch die warmen Strahlen der Wintersonne am Tag und den kalten Nächten auf den dunklen und ungeschützten Bodenschollen entstehen. Winterzwischenfrüchte aktivieren die Bodenorganismen, speichern viele wasserlösliche Nährstoffe (z.B. Stickstoff) und reichern den Boden mit organischen Stoffen an, wenn sie im Frühjahr untergegraben werden. In einigen Fällen werden die keimenden Roggen- oder Dinkelkörner von verschiedenen Vögeln aus dem Boden gepickt und gefressen. Hilfreich sind dann eine etwas tiefere Rillenaussaat oder ein Abdecken der Saat mit einem Vlies. Keimfähiger Winterroggen und Dinkel sind in gut sortierten Bioläden (Reformhäuser) erhältlich.

Die in den Gärten hängenden Nistkästen sind wichtige Unterkunftsmöglichkeiten für viele Vögel und auch für andere Tiere im Winter. Deshalb sollten die Kästen in den nächsten Tagen noch einmal nachgesehen und gereinigt werden. Sind die Kästen in Innern stark verschmutzt und mit Parasiten besetzt, so ist eine Reinigung mit heißem Wasser empfehlenswert. Es sollten dabei keine Lösungs- und Desinfektionsmitteln eingesetzt werden. Vögel, die sich in den Gärten wohl fühlen, suchen viele Pflanzen auch im Winter nach Schädlingen ab und orientieren sich auch für die kommende Brutperiode auf ihr Revier. In jedem Garten sollten ein  Vogelkasten hängen. Vögel sind von großer Bedeutung für die Vernichtung vieler Schädlinge. 

Die Kübelpflanzen sind weniger zu gießen bzw. unter eine regensichere Überdachung zu stellen. Durch das geringere Wasserangebot verringern die Pflanzen das Wachstum und reifen aus. Außerdem sind die Pflanzen auf Schnecken und Schneckeneier sowie auf Schildläuse an den Trieben und unter den Blättern zu untersuchen. Im Winterquartier sind die Pflanzen nur entsprechend der Temperatur zu gießen, da die Wurzeln bei großer Feuchtigkeit leicht faulen. Einige Pflanzen (z.B. Oleander, Granatapfel, Lorbeer, Zwergpalme, Schmucklilie) vertragen in geschützter Lage Fröste bis –5°C. Sie können später ins Winterquartier einziehen.