Friedrich Eisenhaber                                                                                                                  

Gartenarbeiten im August

Nach dem z.T. etwas trockneren Vormonaten müssen wir mit einem verstärkten Auftreten von Pilzen besonders an Kartoffeln, Tomaten und anderen Pflanzen rechnen.

Wenn das Kartoffelkraut schon zum großen Teil trocken ist und die Blätter große Flecken aufweisen, sollte die Ernte nach dem Abtrocknen des Bodens sofort beginnen. Die geernteten Kartoffeln sind nicht zu waschen, da die Pilzsporen durch das Wasser gleichmäßig über die Kartoffeloberfläche verteilt werden. Die Kartoffeln sind in Kisten luftig und dunkel zu lagern. Sie trocknen schnell ab, bilden in den nächsten 2 – 3 Wochen eine schützende Schale aus und sind dann längere Zeit lagerfähig. Noch sehr grüne Kartoffel- und Tomatenpflanzen können durch Stärkungsmittel vor zu weiterem starken Befall mit der Kraut- und Braunfäule geschützt werden. 

Alle Pflanzen, die im Winter im Boden bleiben (z.B. Obstbäume, Kräuter, Blumen, Rasen), dürfen ab Mitte Juli nicht mehr mit Stickstoff (z.B. Hornspäne, Blaudünger) gedüngt werden. Die Stickstoffdüngung begünstigt ein weiteres Wachstum der Triebe. Die neu gebildeten oder dann weiter wachsenden Zweige haben nicht genügend Zeit zum Ausreifen (z.B. Verholzen), sie vertrocknen (erfrieren) im Winter. Die Düngung dieser Pflanzen mit Kalium (z.B. Patentkali, Thomasmehl) ist sehr vorteilhaft. Es fördert das Ausreifen der Pflanzen und erhöht ihre Stabilität gegen Witterungseinflüsse (bes. gegen Frost).

Pflanzen, die im Herbst noch geerntet werden (z.B. Kohl, Porree, Sellerie, Rettich), erhalten eine gewisse Volldüngung bzw. eine ausreichende Kompostgabe. Sie nehmen in den folgenden Monaten mit den warmen Tagen und kühleren langen Nächten zu stark an Masse und bedürfen deshalb weiter einer guten Pflege.  

Im August lassen sich einige Kräuter und Sträucher leicht vermehren. Viele Kräuter (z.B. Bohnenkraut, Lavendel, Rosmarin, Thymian, Wermut) verholzen in den unteren Stängelteilen, wachsen damit in die Höhe, verkahlen und vertrocknen. Flache Seitentriebe können im August in einer kleinen Grube mit einem Draht befestigt und mit Erde bedeckt werden (Absenker). Sie bilden durch die Feuchtigkeit angeregt Wurzeln aus und sind später verpflanzbar. Man kann auch die Kräuterstauden ausreichend mit Erde anhäufeln, einige Zeit wachsen lassen und dann die bewurzelten Teilpflanzen versetzen. Von Johannis- und Stachelbeeren sind in dieser Zeit wie auch von einigen Blütenstauden Absenker zu gewinnen.

Im August können Obstbäume, Rosen u.a. Pflanzen durch Okulation veredelt werden. Die Pflanzen haben die Knospen für das kommende Jahr fertig entwickelt. Die Knospen wachsen bei ausreichend hygienischer Arbeit gut auf der neuen Unterlage an. Vor allem sind solche Pflanzen zu veredeln, die keine Früchte von einer hohen Qualität erzeugen. Bei der oft zu hohen Luftfeuchtigkeit in unserer Gartenanlage sind in unseren Gärten z.T. auch neue Sorten anfällig für Pilze. Deshalb sollten die Gewächse in der Anlage gut beobachtet und vorteilhafte Obstbäume, Beerensträucher, Rosen u.a. ausgesucht werden. Im August kann dann der Besitzer der vorteilhaften Gewächse um einen kleinen Zweig gebeten werden, der zum Okulieren im eigenen Garten genutzt wird. 

Chinakohl, Dill, Feldsalat, Frühlingszwiebeln, Stängelkohl (Pak Choi) und einige andere Pflanzen (meist Pflanzen, die im Langtag Blüten bilden) können jetzt noch gesät werden. Auch einige Rettiche (z.B. Mai-, Herbstrettich) bringen in kurzer Zeit verwertbare Erträge. Das Pflanzen bzw. das Säen der Pflanzen kann nach einer groben flachen Lockerung des Bodens mit einem Grubber erfolgen. Für die Wintereinlagerung sollten Rote Rüben und Schwarzer Winterrettich nur noch Anfang des Monats ausgesät werden. Bei guter Wasserversorgung und Düngung wachsen sie sehr schnell, bringen achtbare Erträge und können erst kurz vor größeren Frösten geerntet werden. Sie sind im Keller bzw. in einer Grube bis Februar lagerfähig.

Im August können noch Petersilie, Dill und einige andere Pflanzen gesät werden. Die hohe Bodentemperatur und die Feuchtigkeit lassen die Samen gut keimen. Die Petersilie kann bei etwas Winterschutz bis zum Mai des nächsten Jahres große Blattmengen liefern. 

Die Weiße Fliege oder Mottenschildlaus macht sich in vielen Gärten am Kohl und an anderen Pflanzen bemerkbar. Ein sichtbares Zeichen ist das Auffliegen vieler kleiner weißer Fliegen, wenn die Pflanzen berührt werden. Die 2 mm großen geflügelten Insekten legen ca. 100 Eier auf der Blattunterseite ab u. bedecken sie mit einem Schild. Erwachsene Tiere und Larven saugen Pflanzensäfte und erzeugen damit helle Saugstellen, die zu einem Absterben des Blattgewebes führen. Sie scheiden stark zuckerhaltige Flüssigkeiten aus, die vor allem von Schwärzepilzen verarbeitet werden. Es entstehen Schwarzfärbungen. Viele Blattgemüse (z.B. Grünkohl) sind bei einem starken Befall nur eingeschränkt durch die Verfärbungen und durch die anheftenden Tiere verwertbar. Die Tiere können mit ölhaltigen Mitteln (z.B. Rapsöl mit etwas Fit) besprüht an einer weiteren Entwicklung gehindert werden.

Die Erdbeeren verlangen einen humosen Boden mit einem pH-Wert von 6 bis 7 und einen Niederschlag von 600 bis 700 mm/Jahr. Bei nicht ausreichenden Niederschlägen erhöhen Wassergaben vor der Blüte und der Fruchtbildung den Ertrag erheblich. Erdbeeren haben ihre Hauptwurzeln in Tiefen bis zu 25 cm. Deshalb ist nur ein sehr flaches Hacken zur Unkrautbeseitigung förderlich. Besser sind das Abdecken mit Mulchmaterial und das Zupfen des aufkeimenden Unkrauts. 

Die Erdbeeren können im Kleingarten in ein- bis dreijähriger Kultur angebaut werden. Bei einjähriger Kultur (Pflanzweite 30 x 20 cm) oder bei Neuanpflanzungen sollten nur gut entwickelte Pflanzen mit 3 bis 5 Blättern bis Ende Juli Anfang August eingesetzt werden. Die Pflanzen können sich dann ausreichend entwickeln und bei Tageslängen unter 13 Stunden und Temperaturen unter 17°C in den Monaten September/Oktober die Blüten für das kommende Jahr ansetzen. Beim Pflanzen darf sich das Setzlingsherz nicht unterhalb der Bodenoberfläche befinden. Um die Entwicklung der Pflanzen zu fördern, sollten sie nach dem Anwachsen im August ausreichend gedüngt und bei geringer Regenmenge gewässert werden. Mineralischer Dünger (z.B. Blaukorn) wirkt nicht vorteilhaft. Besser sind Hornspäne und spezielle Beerendünger. Sich bildende Ranken sind mehrfach zu entfernen. Günstige Vorkulturen sind Zwiebeln, Salat, Porree, Tulpen, Dill, Ringelblumen  und einige andere früh zu räumende Pflanzen. Keine guten Vorkulturen sind u.a. Erbsen, Bohnen und Kartoffeln. Sie können z.T. Wurzelfäule (Pilze) und Wurzelnematoden (Älchen) übertragen.