Bald ist Frühling – die Gartenarbeit beginnt!

 

 

Auch in dieser Ausgabe hält unser Experte, Dr. Eisenhaber, wieder viele Tipps für die Südhang-Leser bereit.

Durch die höher wandernde Sonne verlängert sich die Sonnenscheindauer vom Dezember mit ca. 8 Stunden auf ca. 11 Stunden Ende Februar. Die Pflanzen passen den Stoffwechsel und damit ihre Entwicklung der Jahreszeit und den Witterungsverhältnissen an. Die Entwicklungsstimulation der Pflanzen durch die Umweltbedingungen muss der Gärtner vorsichtig nutzen, da sich Versäumnisse schwerwiegend auf das gesamte Vegetationsjahr auswirken.

 

Bei grobschollig überwinterten Böden beginnt die Vorbereitung der Frühjahrsbestellung,  wenn der Boden oberflächlich größere ausgetrocknete Stellen aufweist. Mit einer Harke oder einem Grubber muss die Oberfläche bearbeitet werden. Damit wird vor allem die Wasserverdunstung reduziert. Aufkeimende Wildkräuter werden vernichtet. Mit Wintersaat bewachsene und mit Mulch bedeckte Böden können bei oberflächlicher Abtrocknung umgegraben werden. Nicht voll verrotteter Kompost, Dung, Reste der Gründüngung sind einzugraben. Gut verrotteter und gesiebter Kompost wird nach dem Graben nur oberflächlich aufgetragen und eingegrubbert. Nach dem Graben muss der Boden eingeebnet werden und ca. 2 bis 3 Wochen lagern, damit sich die in der oberen Bodenschicht vorhandenen größeren Hohlräume schließen und die Pflanzenwurzeln ungestört wachsen können. Bei 5°C Bodentemperatur können die ersten Samen (z.B. Markerbsen, Möhren, Radies, Puffbohnen) ausgesät werden.

Der Rasen ist nach dem Abtrocknen kräftig zu harken. Dabei sind alle vertrockneten bzw. erfrorenen Pflanzenreste zu entfernen. Aufgefrorene Stellen müssen angeklopft werden. Auf dem Rasen können bis zu 3 kg/m² gesiebter Kompost zur Verbesserung der Bodenstruktur, zur Belebung der Bodenorganismen und zur Nährstofflieferung ausgestreut werden. Eine erste Düngung mit mineralischem Dünger kann erfolgen.

Der Frühbeetkasten ist bei einer ausreichenden Temperaturentwicklung zu leeren und mit einer dicken Wärmepackung aus Mist (bes. Pferdemist) oder aus Stroh mit Stickstoffgaben zu versehen. Nach ca. 3 Wochen ist die Wärmeentwicklung meist so weit fortgeschritten, dass die ca. 20 cm dicke gesiebte Humusschicht aufgetragen, bepflanzt bzw. besät werden kann.

 

Von den Obstbäumen sind alle noch vorhandenen Fruchtmumien zu entfernen, da sie die Überwinterungsquartiere vieler Pilze sind. Die Fruchtmumien sind tief im Boden zu vergraben oder zu entsorgen. Mit dem Schnitt der Obstbäume sollen neue Fruchttriebe gebildet werden, die dann hochwertiges Obst liefern. Birne- und Apfelbäume können bis zum ersten Anschwellen der Knospen geschnitten werden. Der Schnitt im Februar bzw. Anfang März ist vorteilhaft, weil der Kronenaufbau gut beurteilt werden kann und die Schnittstellen durch den bald einsetzenden Saftstrom schneller verschlossen und weniger gut von Pilzen besiedelt werden können. Bei Kirschen- und Pflaumenbäumen erfolgen die Korrekturschnitte nach der Ernte, bei Pfirsich- und Aprikosenbäume wird nach der Blüte geschnitten. Bei den Schwarzen Johannisbeeren sind die Rundknospen zu entfernen. Sie enthalten Milben, die die Sträucher stark schwächen.

Laubabwerfende (z.B. Liguster, Hainbuche, Feldahorn) oder immergrüne Hecken (z.B. Lebensbaum, Eibe, Scheinzypresse) vertragen bei zu starker Entwicklung in dieser Zeit einen relativ großen Rück- bzw. Korrekturschnitt. Im Frühjahr blühende Hecken sowie Fichten- und Kiefernhecken sind später im Jahresverlauf zu schneiden. Alle immergrünen Sträucher und Bäume (z.B. Kirschlorbeer, Lebensbaum, Rhododendron) erhalten nach dem Auftauen des Bodens viel Wasser. Die Pflanzen haben oft ein großes Wasserdefizit, da sie im gefrorenen Boden nicht immer ausreichend Wasser aufnehmen konnten. Die vorhandene Blattmasse verdunstet auch bei Frost immer Wasser. Sommerblühende Sträucher (z.B. Sommerflieder, Bartblume, Hibiskus, Fingerstrauch) erhalten einen Auslichtungsschnitt. Sie blühen an den sich im Frühjahr bildenden neuen Triebe. Wenig Schnitt oder keinen Schnitt erhalten u.a. der Cotoneaster, die Felsenbirne, der Goldregen, und der Rhododendron,

 

Kübelpflanzen, die das Pflanzgefäß stark durchwuchert haben, sind umzutopfen. Oft müssen dabei der Wurzelballen verkleinert und ein Teil des Bodens ausgetauscht werden. Als neues Pflanzsubstrat eignen sich gute Komposterde oder käufliche Topferde, die mit grobkörnigen Stoffen (z.B. Perlit, ein zerkleinertes Vulkangestein) eine ausreichende Luft- und Wasserdurchlässigkeit erhalten. Fuchsien, Geranien und einige andere Pflanzen müssen zur Vorbereitung auf den Neuaustrieb zurückgeschnitten werden. Durch hellere und wärmere Standorte sind sie dann auf das Frühjahr vorzubereiten.

 

Zimmerpflanzen sollten nach 2 bis 3 Jahren umgetopft werden. Dazu ist wie bei den Kübelpflanzen der oft sehr dichte Wurzelballen vorsichtig zu verkleinern und ein Teil der Erde auszutauschen. Die Pflanzen erhalten einen um ca. 2 cm größeren Topf. Günstig ist dabei das Duschen der Zimmerpflanze mit temperiertem Wasser. In den Wintermonaten hat sich viel Staub auf den Blättern angesammelt, der die Blattentwicklung behindert. Zum Schutz vor dem Wasser sind der Topf und die Topferde mit einem Plastebeutel einzuhüllen.