Eisenhaber,
Friedrich
Dresden, im September 2010
Der
Garten im September
Auch das Herbst- und Wintergemüse
(z.B. Kohl, Möhren, Porree, Sellerie, Schwarzwurzeln) kann noch
eine phosphor- und kalibetonte Düngung erhalten. In warmen
Herbsttagen wachsen die Pflanzen noch erheblich. Die Düngung
festigt das Gewebe zusätzlich und fördert damit gleichzeitig
die Lagerfähigkeit.
In diesem Monat können noch folgende Gemüsesorten für die Überwinterung bzw. zum baldigen Verbrauch ausgesät werden: Feldsalat, Kerbel, Kresse, Salatrauke, Schwarzwurzeln, Spinat u. Winterkopfsalat. Günstig ist in jedem Fall eine Abdeckung der Saat mit Vlies. Feldsalat benötigt zur Keimung Temperaturen um 120C. Die Salatrauke ermöglicht bei günstiger Witterung eine Ernte über den ganzen Winter. Sie ist eine pikante Beimischung zu anderen Salaten. Die Aussaat des relativ winterharten Kopfsalats (z.B. Sorte Winterbutterkopf) und von Winterblumenkohlarten bringen bei einigem Schutz (z.B. Reisig) Pflanzen hervor, die sich im Frühjahr vereinzelt schnell zu herrlichen Köpfen entwickeln. Die Saaten sollten in diesem Monat prinzipiell mit Vlies vor Schnecken und zu starker Verdunstung geschützt werden.
Die Böden in unserer Gartenanlage sollten
nicht nackt in den Winter gehen. Sie können durch
die Witterungseinflüsse erheblich an Humus und Nährstoffen
verlieren. Die Aussaat von Winterroggen, Dinkel, Winterwicken
oder Winterraps (Winterzwischenfrucht) ist noch auf freien
Gemüse- und Blumenflächen im Herbst bei Bodentemperaturen um 50C
noch möglich. Die sich entwickelnden Pflanzen mildern die
Temperaturunterschiede, die durch die warmen Strahlen der
Wintersonne am Tag und den kalten Nächten auf den dunklen und
ungeschützten Bodenschollen entstehen. Winterzwischenfrüchte
aktivieren die Bodenorganismen, speichern viele wasserlösliche
Nährstoffe (z.B. Stickstoff) und reichern den Boden mit
organischen Stoffen an, wenn sie im Frühjahr untergegraben
werden. Keimfähiger Winterroggen und Dinkel sind in gut
sortierten Bioläden erhältlich.
Einige Winterzwischenfrüchte:
| Saatzeit |
Saatmenge
in g/m2 |
Bevorzugte
Bodenart |
Bemerkungen |
|
| Ringelblume |
III-IX |
alle |
vertreibt
Nematoden |
|
| Spinat |
III, IX |
10 |
alle |
gute
Bodendeckung, Starkzehrer, Nahrung |
| Winterraps |
VIII-IX |
5 |
alle |
tiefwurzelnd,
nicht vor Kohlarten anbauen |
| Winterroggen
|
X-XII |
15-20 |
alle |
viel
Wurzelmasse, späte Gründüngung, Boden feinkrümelig, |
Viele Sauerkirschbäume, einige
Schwarze Johannisbeersträucher u. verschiedene andere Sträucher
haben bei der feuchten Witterung in diesem Jahr keine Blätter
mehr. Die Sprühfleckenkrankheit, eine Pilzerkrankung, hat
auf den Blattoberseiten der Sauerkirsche
rötlich-violette Flecken erzeugt und auf den Blattunterseiten
weißlicher Pilzrasen sichtbar gemacht. Bei der feuchten
Witterung fielen ab Mitte August die Blätter ab. Der Pilz
überwintert am abgefallenen Laub und breitet sich im Frühjahr
bei feuchtem Wetter aus. Stark befallene Kirschsorten können
damit den gesamten Herbst nur gering oder nicht zur Produktion
und zur Speicherung von Nährstoffen nutzen. Die
Ertragsleistungen der Bäume sind erheblich geringer. Zur
Vorbeugung eignen sich Spritzungen mit Schachtelhalm-Brühen,
luftig geschnittene Baumkronen und das Anpflanzen
pilztoleranterer Kirschsorten (z.B. Morina, Kelleris bzw.
Morellenfeuer, Karneol). Die Schwarzen Johannisbeeren sind
auch von Pilzen befallen und haben viele Blätter verloren.
Relativ unempfindlich für Säulenrost ist die Sorte Silvergieter
Schwarze. Sie ist aber anfällig für Mehltau. Die Sorte Ometa
zeigt sich tolerant. Günstig ist die Betrachtung der Entwicklung
von Schwarzen Johannisbeeren in Nachbargärten. Wenn dort
Pflanzen stehen , die noch sehr viele Blätter besitzen, sollte
der Gartenpächter um einige etwa 10 cm lange einjährige Zweige
gebeten werden. Diese Zweige bewurzeln sich an einem geschützten
Boden bis zum Frühjahr und können dann eingesetzt werden.
Knoblauchzehen und Steckzwiebeln zwischen
die Erdbeerreihen gesteckt, verringern etwas den Befall
mit Schimmelpilzen. Die Zwiebel bzw. Zehen beginnen z.T. erst im
Frühjahr mit der Blattbildung. Von den im August gepflanzten
Erdbeeren sind laufend die Ranken zu entfernen. Die neu
gebildeten Ableger an den Ranken bilden im Frühjahr keine
Blüten aus, schwächen aber die Blütenbildung und die
Nährstoffeinlagerung in den gesetzten Pflanzen.
Unsere früh im Jahr blühenden Zwiebel-
und Knollenblumen (z.B. Tulpen, Narzissen) sind vielfach
ursprünglich in warmen Trockengebieten (z.B. im Norden Afrikas,
in Kleinasien) zu Hause. Sie werden durch hohe Temperaturen und
durch Trockenheit im Sommer zu weiterem Wachstum stimuliert. Es
ist deshalb günstig, wenn man die Pflanzen versetzen will, dass
sie nach der Blüte aufgenommen und an dunklen und trockenen
Orten bis zum September gelagert werden. Im September müssen sie
dann bei sinkenden Bodentemperaturen wieder eingesetzt werden.
Sie bilden Wurzeln aus und werden ab 40C
Bodentemperatur zur Blütenbildung angeregt. Die neue
Pflanzstelle sollte bis zur doppelten Pflanztiefe gelockert und
mit Humus angereichert werden. Im November bzw. Dezember können
sich bei warmen Tagen schon die ersten Blattspitzen an der
Oberfläche zeigen. Die weitere Entwicklung der Blätter und
Blüten wird dann aber durch kühlere Witterung unterbunden.
Einjährige Blumen (z.B.
Ackerrittersporn, Goldmohn, Jungfer im Grünen, Klatschmohn,
Kornblume, Lein, Ringelblume und Wucherblume) können jetzt
ausgesät werden. Sie keimen bei den hohen Bodentemperaturen sehr
schnell, überwintern meist ohne größere Verluste und blühen
im Frühjahr bedeutend früher. Nur bei sehr windiger und
ungeschützter Lage ist ein Winterschutz vorteilhaft.
Die kräftigen Setzlinge der zweijährigen
Blumen kommen an die vorgesehenen Plätze, z.B. Bartnelken ,
Fingerhut, Nachtkerze, Silberling, Stiefmütterchen und
Tausendschönchen.
Für die meisten Staudenblumen ist
jetzt Pflanzzeit. Die Stauden benötigen eine tiefe Lockerung der
Pflanzstelle und eine Bodenverbesserung durch Humusgaben, da sie
oft einige Jahre auf der gleichen Stelle wachsen. Sehr
empfindliche Stauden sollten aber erst im Frühjahr geteilt und
verpflanzt werden (z.B. Annemone, Prachtspiere, Taglilie,
Tränendes Herz, Margariten und Phlox).
Der September ist zum Anlegen neuer Rasenflächen
vorteilhaft. Der noch ausreichend warme Boden begünstigt die
Keimung und das Wachstum. Ältere Rasenflächen sind im September
prinzipiell zu vertikutieren. Die abgestorbenen und auf
dem Rasengrund verfilzten Pflanzenteile müssen gründlich
entfernt werden, damit sich die älteren Rasenpflanzen
ausreichend regenerieren können. Der Rasenfilz bildet sonst
durch seine Feuchtigkeitsspeicherung die Grundlage zum Auskeimen
von Moossporen. Außerdem muss die Grasnarbe nach dem
Vertikutieren noch ausreichend Zeit zum Schließen haben.