Eisenhaber, Friedrich Dresden, Dezember 2009
Wenn der Boden im Herbst offen (d.h.
ohne Bewuchs bzw. grob umgegraben) in den Winter geht, dann
zerkleinert der Frost einige Bodenbestandteile, legt viele
Nährstoffe frei und macht die Erde feinkrümelig. Die
wechselnden Temperaturen an der Bodenoberfläche und der
Luftsauerstoff zerstören aber viel Humus und erzeugen schwierige
Bedingungen für die Bodenlebewesen. Günstig ist deshalb eine Mulchschicht
(z.B. auch von dem Schreddermaterial vor der Oase), die
vor Sonnestrahlen und Verdunstungen schützt, geringere
Temperaturunterschiede auf der Bodenoberfläche bedingt und die
Lebewesen kontinuierlich mit Nährstoffen versorgt. Allerdings
zieht die feuchte und wärmere Schicht Schnecken an. Eine
wachsende (z.B. Roggen) bzw. durch den Frost abgestorbene Zwischenfrucht
(z.B. Raps, Senf) schützt den Boden in ähnlicher Weise wie eine
Mulchschicht. Sie bietet auch Nahrung für die Bodenlebewesen,
schützt vor einer zu starken Auswaschung von Nährstoffen und
lockert durch die wachsenden Wurzeln den Boden bis in tiefere
Schichten. Das Mulchmaterial bzw. die wachsenden oder
abgestorbenen Pflanzen können im Frühjahr untergegraben bzw.
auf den Kompost gebracht werden. Besteht das Mulchmaterial aus
Schredderabfällen, ist eine Zugabe von Stickstoffdünger (z.B.
von Blaudünger, Hornmehl) beim Untergraben notwendig.
Der Rasen sollte im gefrorenen
Zustand nicht betreten werden. Zu leicht zerstört die
einwirkende Kraft die Vegetationspunkte der Rasenpflanzen. Damit
haben viele Pflanzen große Schwierigkeiten beim Bilden neuer
Blätter im Frühjahr bzw. sie sterben ab. Da die Rasenpflanzen
erst bei Bodentemperaturen um 7°C zu wachsen beginnen, hat das
Moos in den Herbst- und Wintermonaten einen erhebliche
Wachstumsvorteil. Es verdrängt viele Rasenpflanzen, die nicht
eine ausreichende Wuchskraft besitzen. Mit einer Harke lassen
sich die Moosstellen leicht entfernen. Bei größeren stark mit
Moos durchsetzten Flächen ist das Ausstreuen von Eisendünger im
Frühjahr vorteilhaft. Die Moospflanzen färben sich dann schwarz
und sterben ab. Einige Zeit danach sollten in die Fehlstellen
frische Rasensaat eingeharkt werden. Eine Düngung des Rasens ist
im Frühjahr empfehlenswert. Bei den hohen Temperaturen in diesem
Jahr sollte der Rasen bei zu großer Höhe (über 5 cm) erneut
gemäht werden.
In vorausschauender Sicht sollten viele Stauden
u. Blütensträucher (auch Rosen) geschützt in die
kältere Jahreszeit gehen. Abdeckungen mit immergrünen
Nadelzweigen bremsen den Wind, schützen vor der austrocknenden
Wintersonne und lassen gleichzeitig Luft und Licht zum Abtrocknen
und zur (wenn auch geringen) Assimilation der Pflanzen durch.
Günstig ist auch das Abhäufeln der Stauden und Sträucher. Die
angehäufelte Erde schützt die an der Basis vorhandenen Knospen
beim Überwintern (z.B. bei Winterastern).
Johannis- und Stachelbeeren sind
auszulichten. Das Ziel sind die Förderung von jungen
Fruchttrieben, die in den nächsten Jahren Qualitätsobst
erzeugen, und das Entfernen älterer Triebe. Je Strauch sollten 3
bis 4 ein-, zwei- und dreijährige Zweige erhalten bleiben
(insgesamt also 10 bis 12 Fruchttriebe je Strauch), um eine gute
Durchlichtung des Strauches zu gewährleisten. Von den Schwarzen
Johannisbeeren sind außerdem alle großen, runden Knospen bzw.
die Zweige zu entfernen, die vorwiegend solche Knospen enthalten.
In den Knospen befinden sich die Eier und/oder junge Larven der
Johannisbeermilbe. Die Milben verlassen im Frühjahr die Knospen.
Sie saugen an den Blättern und schwächen den Strauch erheblich.
Obstbäume sollten vom Ende August
bis Anfang Februar wenig oder nicht geschnitten werden. Da der
Baum durch die niedrigen Temperaturen nur eine geringe
Stoffwechselaktivität aufweist, verheilen die Wunden kaum bis
zum Frühjahr. Viele Schaderreger (z.B. Pilze) können an
frostfreien Tagen in die offenen Wunden eindringen und den Baum
besiedeln. Apfel- und Birnbäume sind ab Februar/März zu
schneiden. Die dann einsetzende Stoffwechselaktivität verheilt
die Wunden relativ schnell.
In den Monaten Februar und März bei
Temperaturen über 0°C können Apfel- und Birnbäume geschnitten
werden. Ziel des Schneidens sind u.a. das Auslichten der Krone
und das Verjüngen des Fruchtholzes. Die Leitäste sollen in ein
bis zwei Etagen um den Stamm angeordnet sein, schräg aufstrebend
wachsend (in ca. 45 bis 60°), ausreichend Fruchtholz enthalten
und meist nicht entfernt werden. Nur die älteren Fruchttriebe
sollten jedes Jahr durch neue ersetzt werden. Sie müssen in
ihrer Anordnung und Anzahl eine ausreichende Belichtung und ein
schnelles Abtrocknen aller Blätter gewährleisten.
Zum Schutz vor Frostrissen können
noch bis Ende des Monats die Obstbäume weiß angestrichen werden
(z.B. mit einer Kalklösung). Die weiße Farbe bedeckt
gleichzeitig viele an der Rinde vorhandene Obstbaumschädlinge
und tötet sie.
Folgende Fehler sind in unserer
Anlage an einigen Bäumen erkennbar:
-
In den Bäumen hängen Fruchtmumien. Die Mumien sind u.a.
Überwinterungsplätze für viele Pilzerkrankungen. Die Pilze
entwickeln ihre Sporen bei günstigem Wetter im Frühjahr. Sie
werden durch Wind und Regen weit verbreitet und gefährden auch
die Früchte der Gartennachbarn. Die Fruchtmumien müssen von den
Bäumen entfernt und tief im Kompost oder im Boden vergraben
werden.
-
Die Baumkrone ist zu dicht (oft ein Gestrüpp von Ästen,
besonders bei Sauerkirschen): Die unten und innen wachsenden
Blätter und Früchte erhalten dann wenig Licht und bleiben
klein. Vor allem die oben und außen wachsenden Knospen treiben
aus. Es entstehen viele kleine und schwache Triebe im Frühjahr.
Die Krone ist im äußeren Teil stark verästelt, innen kahl und
schattig. Es können sehr viele, aber qualitätsmäßig geringe
Früchte gedeihen, die meist wenig gefärbt sind. Die vorhandenen
Blätter und Früchte im unteren und inneren Baumbereich sind bei
Regen und Nebel zu lange nass und werden leicht von Pilzen
befallen (z.B. Apfelschorf).
-
Der Baum ist zu stark zurückgeschnitten (Stummelschnitt):
Der Baum ist einige Jahre wenig oder gar nicht geschnitten
und dann im wahrsten Sinne gekröpft worden. Alle verbliebenen
oder sich bildenden neuen Knospen werden im Frühjahr stark
austreiben. Die neuen Äste wachsen zum großen Teil steil
senkrecht nach oben. Die Äste können kräftig im Wuchs sein,
setzen aber wenige bis keine Blütenknospen für das kommende
Jahr an. Meist dauert es 3 und mehr Jahre bis der Baum wieder
entsprechenden Ertrag liefert. Wichtig ist dann ein Ausdünnen
der Äste im Juni/Juli. Es müssen vor allem schräg nach oben
wachsende Äste (Winkel von 45 bis 60°) erhalten bleiben.
Gleichzeitig ist auf eine ausreichende Belichtung aller
Blätter zu achten.
Süß- und Sauerkirschen, Pfirsiche
und Aprikosen werden in den Wintermonaten wenig bis gar
nicht geschnitten. Günstige Schnittzeiten sind nach der Blüte
bzw. nach der Ernte.
Im Dezember können noch Kaltkeimer
ausgesät werden. Kaltkeimer (oftmals auch als Frostkeimer
bezeichnet) besitzen Samen, die nach dem Quellen eine bestimmte
Zeit (meist 4 bis 6 Wochen) tiefere Temperaturen benötigen. In
dieser Zeit werden keimhemmende Stoffe abgebaut. Die Samen der
Kaltkeimer sind in Töpfen mit Anzuchterde auszusäen und an
geschützter Stelle im Garten einzusenken. Der Frost muss in die
Töpfe eindringen können. Die Keimung der Samen kann im
Frühjahr eintreten, aber auch einige Monate später erfolgen. Zu
den Kaltkeimern gehören u.a.: Adonisröschen, Akelei, Bärlauch,
Christrose, Duftveilchen, Edeldistel, Eisenhut, Fackellilie,
Fingerkraut, Flammenblume (Phlox), Frauenmantel, Kuhschelle,
Steppenkerze, Tränendes Herz, Primel.
Da in unserer Anlage keine Imkerbienen
vorhanden sind, ist die Bestäubung der Blüten nicht immer
ausreichend gewährleistet. Den vorhandenen Wildbienen
sollte daher mehr Möglichkeiten zur Vermehrung angeboten werden.
In unbehandelten Holzabschnitte von ca. 10 cm Länge sind mit dem
Bohrer Löcher von 4 bis 10 mm zu bohren. Die Holzabschnitte
müssen an sonnigen, wind- und regengeschützten Stellen
befestigt werden (z.B. unter dem Dach der Gartenlaube). Im
Frühjahr und Sommer werden die Wildbienen in den Löchern ihre
Eier ablegen, ausreichend Pollen eintragen und die Löcher
verschließen. Die nächste Wildbienengeneration wird dann die
Bestäubungsrate im Garten wesentlich erhöhen.